Sonntag, 30. Oktober 2016

Rezension: Die Macht der Clans - LiebesRebellion von Gabi Büttner

eBook, Taschenbuch
322 Seiten
Verlag BoD

Band 1 - Die Macht der Clans

Besuch doch mal die Autorin: Gabi Büttner








  


Ich muss zugeben, ich war sehr skeptisch, als ich das Cover des Buches sah und den Klappentext über diese Reihe las. Werden hier wieder romantische YA Elemente vor einer starren dystopischen Kulisse ausgebreitet, ohne Entwicklung, überraschende Wendungen oder Tiefe? Ihr könnt durchatmen, denn schon nach den ersten Seiten wurde klar, hier geht es um mehr.

Tatsächlich haben wir es mit einer romantischen Young Adult Geschichte im dystopischen oder vielmehr Science-Fiction Gewand zu tun. Der Planet Terra: Armer Junge und reiches Mädchen verlieben sich ineinander und fragen sich, warum es so verdammt schwer ist, soziale Grenzen einzureißen. Der Klassiker, aber bei weitem nicht klischeehaft.

Die Autorin Gabi Büttner gräbt nämlich tiefer und arbeitet die Ursachen der Problematik heraus: Es geht um Missverständnisse, die in der Kommunikation zwischen Menschen entstehen und zu lebensgefährlichen Handlungen führen können. Missverständnisse aufgrund sehr unterschiedlicher - standesgemäßer - Sozialisationen. Er wuchs in einer armen, der Willkür der reichen Schicht ausgesetzten Familie auf, sie wurde ihr Leben lang nach sehr strengen Regeln auf ihre Rolle als zukünftige Frau des Clan-Führers vorbereitet.

Unterschiedlicher kann ihr Hintergrund nicht sein. Die Geschichte driftet dabei nicht in die klassische schwarz-weiß Malerei ab. Durch den Wechsel zwischen den Gedankenwelten der beiden Hauptfiguren, lernen wir die jeweilige Motivation für ihre Handlungsweise kennen und verstehen. Ihre Verzweiflung, dass ihr Gegenüber sie einfach nicht verstehen will und ihren Willen, zu reflektieren und sich dem anderen zu öffnen. Und vor allem die Vorurteile zu überwinden, die sie über die „andere Seite“ verinnerlicht haben: Rebellen sind brutal und foltern ihre Gefangenen - reiche Mädchen sind arrogant und naiv, um mal je ein Beispiel zu nennen. Die Charaktere lernen voneinander und sie entwickeln sich. Sie werden im Verlauf der Handlung fassettenreicher und machen das Lesen damit umso spannender.

Und noch etwas: Die Autorin stellt die neue Welt nicht als zweidimensionale Kulisse für die Liebesgeschichte zwischen Chris und Larissa in den Hintergrund, sie schreibt ihr eine aktive Rolle in der Handlung zu. Die Beschaffenheit des Planeten, auf den die Menschheit fliehen konnte, nachdem sie die Erde zerstört hatte, giftige Gase und begehrte Rohstoffe, die unter schwierigen Bedingungen abgebaut werden haben direkten Einfluss auf die Lebensform der dort lebendenden Menschen. Nach 300 Jahren läuft sie aber aus dem Ruder. Denn die Menschheit hat aus der Zerstörung der Erde scheinbar nichts gelernt. Sie brachte ihre zerstörerischen Eigenschaften mit in die neue Welt, allen voran die Gier nach Macht – um jeden Preis. Dennoch zeigt sich ein Funken Hoffnung. Der Cliffhanger am Ende des ersten Bandes verspricht eine spannende Fortsetzung.

Lieben Dank an Gabi Büttner für das Rezensionsexemplar!
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