Dienstag, 21. Juni 2016

Alles auf Anfang von Peter Merten

Peter Merten: Ein Dieb auf Abwegen
„Der Dieb Reeycot Varda entdeckt ein uraltes Artefakt, mit dem der anhaltende Verlust des Sonnenlichts seiner Welt aufgehalten, vielleicht sogar dauerhaft umgekehrt werden kann. Er bringt es in seinen Besitz und macht sich auf den Weg in die Hauptstadt. Da ihm nur wenig Zeit bleibt, sein Ziel zu erreichen, heuert er die eigenwillige Luftschiff-kapitänin Fade an. Aber Can Fade hütet ein gefährliches Geheimnis, das nicht nur Vardas Leben, sondern darüber hinaus auch die Zukunft des ganzen Landes in Gefahr bringen kann.“ (Klappentext)
Ich sitze nach zwei Tagen immer noch mit offenem Mund vor dem eReader und kann die Auflösung zu dieser Geschichte nicht fassen. Sie hat mich eiskalt erwischt und ich staune immer noch über die geniale Konstruktion des Romans. Hinweise auf diesen Schluss gibt es genug, sie sind sehr geschickt in die Geschichte eingestreut. Ich habe sie nicht erkannt, aber im Nachhinein fallen sie auf und tauchen die Story in ein ganz anderes Licht.

Abgesehen von dem genialen Ende des Romans, hat mich der Rest der Geschichte auch sehr begeistert. Es ist für mich ein Fantasy-Roadtrip-Thriller und bietet alles, was dieser Genre-Mix im Angebot hat. Die Figuren kämpfen gegen einander, mit sich selbst und gegen die Zeit. Mit Pistolen, Schwertern, Äxten und Magie. Sie haben Charakter und Tiefe. Es gibt leise Zwischentöne. Einige Protagonisten sind überzeichnet und so bunt beschrieben, dass der Autor knapp an die Grenze zum Kitsch entlangschrammt. Aber nur fast. Manga-Style. Dieser Wechsel zwischen knapp Zweidimensionalem und schon fast Philosophischem macht die Geschichte interessant und die Figuren spannend. Es zaubert mir ein Schmunzeln unter die Nase.

Mir gefällt der Humor, der mitten in der Action kurz aufblitzt oder auch danach Seitenlang. Er hat etwas britisch Herzliches. Ich stelle mir vor, wie der Autor grinsend am Bildschirm sitzt, während er diese Geschichte spinnt. Man könnte aus jeder seiner Protagonisten mit Leichtigkeit eine Comicfigur entstehen lassen. Ich bin überzeugt, er liebt jede einzelne von ihnen.

Luftschiffe, Tandem-Fahrräder, Tretboote, Einkaufswagen und ganz normale Autos sind die schnell wechselnden Transportmittel der Helden. Aber nicht nur die fahrbaren Untersetzer wechseln sich rasant ab. Can, die Hauptprotagonistin und Kapitänin eines nicht mehr seetüchtigen Luftschiffes, passt sich an ihre Umgebung an wie ein Chamäleon. Das direkte Nebeneinander von Unmöglichem und sehr Realem irritiert zunächst ein bisschen, aber gibt der Geschichte Pfeffer.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Lies dieses Buch, wenn du dich für surreale Fantasy-Geschichten interessierst, wenn du dich gerne überraschen lässt und Lust auf eine Portion Humor hast.

Herzlichen Dank für das Lese-Exemplar, Peter Merten!


Eckadaten: 
ebook, Taschenbuch, 326 Seiten, Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform,
Bd.1 der Seitenwelten-Reihe

Besuch doch mal den Autor:
Peter Merten

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