Freitag, 20. Mai 2016

Das erste Kind von Sven Wedekin

Sven Wedekin: Das erste Kind

Schön! Schöner Schreibstil, schöne Story, tolle Action! Dies ist ein Science Fiction, der nicht am Rande einer Dystopie entlangschrammt oder sich mit technischen Details überfrachtet. Dieser Science Fiction ist positiv, er macht Hoffnung und hat einen leicht philosophischen Touch. Er untersucht, wie Menschen sich im Weltall zueinander verhalten. Er ist eine Mutter-Kind Geschichte, eine kleine Liebesgeschichte und enthält Action, wie man es von einem Science Fiction erwartet. Ach ja, Außerirdische spielen auch eine Rolle.

Eine Kolonie von Wissenschaftlern soll in minutiöser und jahrhundertelanger Kleinarbeit eine atembare Atmosphäre auf dem Mars aufbauen und durch Terra-Forming den Planeten für die Erdenbewohner bewohnbar machen. Denn die Erde platzt im Jahr 2078 aus allen Nähten. Die Ressourcen sind aufgebraucht, Kriege, Umweltkatastrophen und Überbevölkerung tun ihr Übriges. Auf dem roten Planeten taucht auf einmal ein Artefakt aus unerklärlichem Material auf und gleich darauf wird eine Wissenschaftlerin der Kolonie schwanger.

In der Geschichte geht es um das Kind dieser Wissenschaftlerin, das erste Kind, das auf dem Mars unter mysteriösen Umständen geboren wird. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Mutter steht im Mittelpunkt. Das unsichtbare Band zwischen ihnen - wissenschaftlich nicht erfassbar - ebenso wie das unsichtbare Band zwischen den beiden und dem Artefakt. Es geht auch um die Rolle, die Andrew, so heißt das Kind, für die Besiedlung des Mars spielt. Es geht um Menschlichkeit und die Hoffnung auf ein neues menschenwürdiges Leben auf dem Mars. Ein Neuanfang.

Was mich besonders beeindruckte, war der Mut zur Lücke. Woher kamen die Außerirdischen? Was genau bezweckten sie mit dem Artefakt? Wo ist die Verbindung mit den Menschen? Ungelöste Rätsel, die einer Kolonie von Wissenschaftlern schieres Kopfzerbrechen bereitet. Bis sie einfach hinnehmen müssen, dass es keine Antworten gibt. Punkt. Und als Leserin vermisse ich diese auch nicht.

Das Ende der Geschichte ist sehr actionreich. Hier werden Perspektivwechsel als Spannungsverstärker eingesetzt. Der Epilog erinnert mich an die Beschreibung des spirituellen oder biblischen Paradieses, für meinen Geschmack etwas zu kitschig. Ich höre auf den letzten Metern Tom Jones beim Abspann des Films Mars Attacks mit den Vögeln zwitschern.

Wenn du einen Science Fiction im klassischen Stil lesen und dich gut und positiv unterhalten möchtest, dann ist dieses Buch in jedem Fall zu empfehlen.


Lieben Dank an den Verlag In Farbe und Bunt für das Lese-Exemplar.


Eckdaten: eBook, Taschenbuch, 272 Seiten, Verlag In Farbe und Bunt

Besuch doch mal den Autor: Sven Wedekin

SHARE:

Kommentare

  1. Hey,
    seit dem Leseabend steht es schon auf meiner Wunschliste, aber ich wollte trotzdem noch deine Meinung lesen. Die Rezi ist dir echt gut gelungen und macht Lust auf mehr.
    lg. Tine =)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Tine,
      ganz lieben Dank. Es freut mich immer, wenn ich auf unbekannte lesenswerte Bücher aufmerksam machen kann. :-)
      Ganz liebe Grüße, loralee

      Löschen

Ich freue mich sehr über Kommentare von euch!

© Lora liest. All rights reserved.
Blogger Designs by pipdig