Gern gelesen

Montag, 14. Mai 2018

Fremde Horizonte von Henny Bode



Ich war unglaublich fasziniert von dem Aethercircus in der Altstadt von Buxtehude vor einigen Wochen. Steampunk zum Anfassen, Jawoll! Es flanierten Reifenröcke, Mieder, Sonnenschirme aus Spitze, ausladende Hüte, Zylinder und Googles, begleitet von dampfbetriebenen Fantasiegefährten und glänzenden Zahnrädern. Als ich dann einen Bücherstand mit Steampunk Romanen entdeckte - inklusive der leibhaftigen dazugehörigen Autorinnen und Autoren, war ich im Fantasyhimmel angelangt.

Das Cover eines Buches sprang mir sofort ins Auge und übte eine fast magische Anziehungskraft auf mich aus.

Fremde Horizonte von Henny Bode ist vielleicht einen Tick zu schmal für einen Roman und etwas zu breit für eine Kurzgeschichte --- ich nenne es hier einfach mal eine Novelle. Passt ja auch in die Zeit. Die Welt, die Henny Bode in ihrer Geschichte zeichnet, ist auf den ersten Blick solider Steampunk: Charmante Herren, die vor den Damen zum Gruß den Zylinder ziehen und mit dampfbetriebenen Kutschen in das nächste Erfinderlabor streben. Luftschiffe, gepuderte Nasen und vieles mehr lässt das Herz des Steampunk-Fans höher schlagen.

Das Besondere an dieser Geschichte ist die Tatsache, dass die verstorbenen Menschen sichtbar und gleichberechtigt  - vielleicht ein bisschen blass und transparent - unter den Lebenden weilen.

Privatermittler Horatio Ferroulo erhält von einer so genannten Verblichenen einen pikanten Auftrag. Ihre tote Tochter ist auf mysteriöse Weise getötet worden - ist das denn überhaupt möglich. Der Fall führt ihn in die hintersten Winkel seiner Stadt und erlaubt uns Leserinnen und Leser einen tiefen Einblick in seine recht fragile Welt. Fragil, weil das Gleichgewicht zwischen Lebenden und Toten in großer Gefahr ist.

In kurzen Kapiteln mit ausgeprägten Perspektivwechseln erfahren wir immer mehr von dieser spannenden und interessanten Welt. Es ist, als würde die Autorin mit einer Petroleumlampe erst einen Winkel der Stadt und direkt danach den nächsten ausleuchten, wobei es außerhalb des spärlichen Lichtkegels stockfinster bleibt. Das Interesse, mehr von dieser Welt zu erfahren und Horatio  und seiner Auftraggeberin Hannah über die Schulter zu schauen, zieht mich voller Spannung bis an das Ende der Geschichte.

Zwischenmenschlich (oder-tödlich?) passiert in dieser kurzen Geschichte zwischen den Zeilen wesentlich mehr als in ihnen. Henny Bode überlässt der Fantasie der Lesenden sehr viel Raum, ich hätte diesen Part dennoch gerne aus der Feder der Autorin erfahren.

Ihr Schreibstil ist klar und geradeheraus - also genau, wie ich es mag. Trotzdem schafft sie es, mit sparsamen Mitteln eine wilhelminische Atmosphäre heraufzubeschwören mit gespenstischem Flair. Die Geschichte endet für meinen Geschmack etwas zu abrupt und lässt mich ein bisschen im luftleeren Raum hängen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, diese Perle von Buch mitgenommen zu haben. Das Cover verspricht was der Inhalt hält. Ich bin begeistert! Vielleicht auch gerade, weil diese Geschichte noch ein paar Ecken und Kanten aufweist. Es lohnt sich dieses Buch zu lesen und es lohnt sich auch, die Autorin im Auge zu behalten. Ich bin schon sehr gespannt, welche weiteren fantasievollen Welten aus ihrer Feder fließen werden.

Eckdaten
Taschenbuch, eBook, 102 Seiten, Selbstverlag (neobooks)
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Montag, 30. April 2018

Heidefeuer von Angela L. Forster


Über ein Jahr ist das Buch in einer Facebook Gruppe gewandert. Durch die ganze Republik, bis es wieder bei mir landete und ich es endlich lesen konnte. Das schöne an der Wandergruppe war, dass dem Buch ein kleines Heft beilag, in das die Leserin jeweils einen Gruß an die Autorin eintragen konnte.

Liebe Angela, jetzt ist es endlich soweit und ich kann dir das kleine Heftchen zukommen lassen. :-)

Aber nun zum Buch. Heidefeuer ist ein Regionalkrimi aus der Lüneburger Heide. Eine tolle Urlaubslektüre, nicht zu anspruchsvoll, nicht zu aufregend und voller Lokalkolorit. Das mag ich. Jedes Mal als ich das Buch in den letzten Tagen zum lesen aufgeschlagen habe, umwehte mich der Duft von Heidekraut, Wacholder und Pferdestall. Ich roch förmlich den warmen Wind, der einen um die Nase streicht, wenn man im Sommer durch die Heide wandert.

Ich folgte Kommissarin Inka Brandt durch die Heidedörfer: Undeloh, Handeloh und wie sie alle heißen. Die Landschaftsbeschreibungen sind klasse. Auch die Figuren wirken wie waschechte Unikate aus der Region. Ab und zu habe ich mich zu sehr in der Landschaft und den Faden in der Geschichte verloren. Aber die ist tatsächlich nicht ohne:

Ein Serienkiller geht um und mordet scheinbar ohne Sinn und Verstand was ihm gerade vor die Klinge kommt. Kommissarin Inka Brandt, die gerade nach drei Jahren Abwesenheit wieder in ihr Heimatdorf Undeloh zurückgekehrt ist, muss tief graben, bis sie den Hauch eines roten Fadens findet. Und nur mit Hilfe ihres Kollegen Martin und auch aus unerwarteter Richtung, kann sie den Fall lösen. Eines kann ich jetzt schon verraten: Der Mörder ist nicht der Gärtner!!

Wenn du vor hast in der Lüneburger Heide Urlaub zu machen, oder dort gerade Urlaub gemacht und Lust auf ein wenig Nervenkitzel hast, dann lies Heidefeuer! Es lohnt sich.

Eckdaten: Taschenbuch, 348 Seiten, Ullstein Verlag
Autorin:  Angela L. Forster
Hier geht's zu meinem Interview mit der Autorin
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Sonntag, 25. März 2018

Das Paket von Sebastian Fitzek - und die Seiten blättern sich wie von selbst




Dies ist der zweite Roman von Sebastian Fitzek, den ich bisher gelesen habe. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir kriecht beim Lesen ganz langsam - und vor allem unauffällig - ein Schauer den Rücken hinauf und ich merke ihn erst, wenn er unübersehbar in voller Ausprägung oben angekommen ist. Fitzek ist ein Meister der subtilen Hochspannung, wenn ich das mal so nennen darf.

Es fängt ganz unverfänglich an, mit einem klassischen Serienmord, wo eine Frau überlebt und damit gar nicht klar kommt. Denn der Mörder ist noch irgendwo da draußen und könnte jederzeit kommen und sein Werk an ihr vollenden. Das Perfide dabei ist, dass Emma Psychologin ist und selber merkt, wie die Psychose allmählich von ihr Besitz ergreift.

Gut, das ist ja schon mal ein spannender Plot. Und was ist das Besondere daran? Diese Frage habe ich mir im ersten Drittel des Romans mehrmals gestellt, bis ich erst viel zu spät merkte, dass ich schon mitten drin bin. In dem feinen Netz, dass Herr Fitzek für seine Leser*innen ausgeworfen hat. Es sind die kleinen Gesten, unverfänglichen Begebenheiten, die erst auf den zweiten bis fünften Blick, den roten Faden einfach abschneiden oder umfärben.

Erst ist alles klar und dann bauen sich erste Zweifel auf und die Puzzleteile, die ich mir so schön zurechtgelegt habe, passen auf einmal nicht mehr. Plötzlich stelle ich alle Handlungen der Hauptfigur infrage, obwohl sie das Opfer ist und sympathisch. Dabei finde ich es doch ungerecht, wenn so viele Leute ihr nicht glauben und sie stigmatisieren. So dreht und wendet sich alles bis zur Auflösung des Falls. Und ich klappe zufrieden das Buch zu (mit einem bitteren Beigeschmack).

Ich muss unbedingt bald noch einen Fitzek lesen. Und euch rate ich, lest dieses Buch. Es lohnt sich.

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Sonntag, 24. Dezember 2017

Ein Lesegerechter Weihnachtsgruß

Ich wünsche allen Leseratten und Buchverliebten da draußen ein schön besinnliche und gemütliche Feiertage!

In diesem Jahr musste mein SuB als Weihnachtsbaum herhalten

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Montag, 18. Dezember 2017

NEU: Read on the Road Challenge 2018


Ich möchte euch zu meiner allerersten Challenge einladen: Read on the Road. Sie startet im Januar und geht bis Ende November 2018.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich lese häufig und gerne in Bus, Bahn, auf Urlaubsreisen -- einfach unterwegs. Es wäre doch interessant herauszufinden, wie viele Kilometer im Jahr man wohl lesend zurücklegt. Bei dieser Challenge sammeln wir gelesene Kilometer. Am Ende des Jahres rechnen wir das Ergebnis zusammen und schauen wie weit wir es zusammen geschafft haben. Und es gibt am Ende eine Kleinigkeit zu gewinnen.

Die Details:
  • Du legst als erstes fest, wie viele Kilometer du schätzungsweise bis zum Ende des Jahres erreichen wirst. Wenn du magst, kannst du eine reale Strecke benennen, wie zum Beispiel von Berlin nach Moskau - 1.608 Kilometer). In dem Fall trage ich deine Strecke in die Karte auf der Challengeseite ein. (2 Punkte für die beste Schätzung)
  • Du gibst an, welche Strecke wir gemeinsam - also alle Teilnehmer zusammen -  am Ende des Jahres zurücklegen werden. (5 Punkte für die beste Schätzung)
  • Es zählen alle fahrbaren Untersätze, die dich von A nach B bringen
  • Hörbücher werden akzeptiert
  • Jeden Monat gibt es einen Schwerpunkt, für den ihr wieder Punkte sammeln könnt. Ich gebe die Aufgabe jeweils am 15. des vorhergehenden Monats bekannt.  (3 Punkte für die erfüllte Aufgabe)
  • Für gelesene SuB Bücher gibt es zusätzliche Punkte (3)
  • Dann gibt es noch Badges für die ersammelten Kilometer, die du in deinen Blog einbinden kannst.
  • Bitte erstelle eine Challengeseite
  • Wie du die Strecken darstellen möchtest, ist deiner Fantasie überlassen. 
  • Du kannst jeder Zeit in die Challenge einsteigen.
So, wenn etwas unklar ist, oder ich einen Denkfehler gemacht haben sollte, bitte bescheid sagen. Ansonsten bin ich gespannt auf euer Feedback und wie viele Kilometer zusammen kommen!

Hier geht es zu meiner Challengeseite.





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