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Samstag, 7. Oktober 2017

Street Art Bildband von lonely planet


Ein Bildband über weltweite Street Art Werke. Darauf habe ich gewartet!! Und wurde nicht enttäuscht. Dieser Bildband hält meiner Meinung nach jeder Kritik stand.

Street Art von Berlin bis Melbourne, von Bansky bus Nunca – 142 Spots in 42 Städten und die kreativsten Festivals weltweit erstmals in einem Buch.

Meine Kenntnisse über Street Art sind eher rudimentär. Ich muss aber einfach die Kamera zücken, wenn ich ein tolles Motiv sehe und seit Instagram hat sich das verstärkt. Bei meinen Reisen nach Kolumbien und Georgetown, Penang wurde mir erst bewusst, wie weit verbreitet Street Art inzwischen ist. Und zugleich wie vergänglich. Auch wenn das bei vielen der Künstlerinnen und Künstlern ein einkalkuliertes Element ihrer Arbeit ist - man möchte es doch festhalten und nie wieder loslassen.

Das tut dieser Bildband, ohne die Kunst an sich allzu schmerzhaft einzuschränken. Im Vorwort von Remi Rough, einem Pionier dieser Kunstform, und in der Einleitung von Ed Bartlett / The Future Tense und Leiter dieses Buchprojekts, wird die Entstehung von Street Art und deren Philisophie (wenn man es so nennen will) kurz und eingängig erklärt. Der Bildband ist nach Städten gegliedert.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Stadtplan, auf dem die wichtigsten Locations eingetragen sind, ergänzt mit einer kurzen Erläuterung, wie sich Street Art dort etabliert hat. Und dann kommen jede Menge sehr schöne Fotos von den Kunstwerken, die man dort antreffen kann. Street Art Künstler, Fotograf und Adresse der Location werden bei jedem Bild mitgeliefert. Man könnte also problemlos alle Spots besuchen.

Im zweiten Block werden die Festivals vorgestellt, die es mittlerweile nicht zu knapp gibt. Interviews mit namhaften Künstlern, wie Faith aus Südafrika sind auch enthalten. Und schließlich gibt es noch ein Register der Künstler. Was will man mehr?


Daher mein Urteil: Klare Empfehlung! Mir gefällt dieses Buch ausgesprochen gut. Es ist klar strukturiert und überlasst den Fotos den Raum, den sie brauchen um zu wirken. Die Bildqualität ist hervorragend und ich erwische mich immer wieder beim Stöbern. Was ein gutes Zeichen ist. 

Eckdaten: Taschenbuch, 224 Seiten, Verlag lonely planet
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Montag, 2. Oktober 2017

Seelenbewahrer von Brian Simons (Travail online, Bd 1)


Ein spannender Einstieg in eine LitRPG Reihe, mit interessanten Figuren, einer satten Handlung und jede Menge Action.

Als mir der Autor sein Buch für eine Besprechung anbot und erwähnte, es basiere auf Videospielen (RPG), zögerte ich zunächst ein wenig, denn ich kannte mich gar nicht mit Videospielen aus. Da das Setting aber größtenteils eine klassische High Fantasy Welt war, also eine Welt, die mir liegt, war meine Neugierde geweckt und ich nahm die Herausforderung an.

Die Rahmenhandlung des Romans startet in unserer Realität. In einer Zukunft, die für uns Menschen gar nicht rosig ist. Es ist eine Zeit, in der Roboter die Menschen von ihren Arbeitsplätzen drängen und die einzige Chance an Geld zu kommen, virtuelle Spiele sind. Vier junge Amerikaner*innen (Coral, Sal, Daniel und Sybil), die sich noch nie persönlich getroffen haben, erhalten in dem Spiel Online Travail eine Quest, die sich gewaschen hat. Um das Ganze noch undurchdringlicher zu machen, bringen Anomalien im System den Spielverlauf durcheinander und gefährden die Spieler, nicht nur virtuell. 

Die Mischung aus Dystopie, Fantasy und Video-Gaming bringt spannende Möglichkeiten in den Verlauf der Geschichte. Ich musste mich erst ein bisschen daran gewöhnen, dass die Figuren Namen hatten, die über ihnen schwebten, wie bei Online Spielern und zwischendurch aus dem Off Meldungen kamen, die eine Punktzahl, verlorene Leben oder neue Eigenschaften ankündigten. Der Autor schafft es aber, diese Features ganz selbstverständlich in die Handlung einzubauen, dass ich mich schnell daran gewöhne.

Plot und Stil harmonisieren miteinander und es gibt einige unerwartete Wendungen in der Geschichte. Ich muss zugeben, ich hatte damit gerechnet, dass die Figuren zweidimensional, übertrieben oder oberflächlich wirkten, aber das Gegenteil ist der Fall. Der Autor schafft es sogar, tief in die Psyche eines Oger einzudringen und einige interessante Details über das angespannte Verhältnis zwischen Elfen und Dunkelelfen ans Licht zu bringen.

Die Übersetzung ist übrigens hervorragend. Ein großes Lob an Frank Dietz. Nichts ist schlimmer, als wenn man beim Lesen anfängt, das Buch in Gedanken zurück ins Original zu übersetzen.
Ich kann mir vorstellen, dass LitRPG auch in Deutschland Fuß fassen wird. Dieses Genre ist nicht nur für Gamer spannend. Es eröffnen sich dadurch ganz neue und spannende Dimensionen in der Welt der Fantasy Literatur.

Dieses Buch lege ich allen Fantasy Fans ans Herz, die offen für Experimente sind. Band zwei der Reihe steht schon auf meiner Wunschliste.


Eckdaten: eBook, 318 Seiten, Selbstverlag über Babelcube
Besuch doch mal den Autor Brian Simons 
Oder den Übersetzer Frank Dietz
Mehr Infos über LitRPG: Wikipedia


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Sonntag, 1. Oktober 2017

Sunday Stories



Und schon sind wieder zwei Wochen um, ich kann es kaum fassen. Mit der Aktion Sunday Stories fordern Sas von Sas Verse und ich euch heraus, Geschichten in nur sechs Worten zu schreiben. Es scheint, außer Sas und mir fühlt sich niemand von dieser Herausforderung angesprochen. Schade, denn es ist tatsächlich eine große Herausforderung eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende, inklusive Plot, Spannungsbogen und womöglich einem Cliffhanger hin zu bekommen. Meine Geschichten sind oft etwas stümperhaft, aber wenn ihr Minigeschichten vom allerfeinsten lesen wollt, dann müsst ihr unbedingt bei Sas vorbeischauen (die übrigens vor kurzem Geburtstag hatte). 

Meine heutige Geschichte ist inspiriert von dem Kinofilm "Kingsmen: The Golden Circle", der aktuell in den Kinos läuft. In der Agentenkomödie ist eine Gruppe von Geheimagenten in London als Herrenschneider getarnt. Und sie retten  die Welt im maßgeschneiderten Anzug und Stil. Der Film hat einen sehr trockenen, schwarzen Humor und ist nichts für zarte Seelen.

Also, los gehts:


Das hat doch Stil, oder?
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Sonntag, 17. September 2017

Sunday Stories



Hallo ihr Lieben. Schon ist es wieder Zeit für die Sunday Stories von Sas (Sas.Verse) und mir. Alle zwei Wochen posten wir eine Geschichte in sechs Worten und erläutern sie. Dabei sind schon sehr spannende Dinge herausgekommen. Wenn du Lust hast, kannst du gerne mitmachen. Es macht großen Spaß! Was es genau mit mit diesen Geschichten auf sich hat, könnt ihr hier nachlesen.

Heute bin ich dran als Host. Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen  habt, dann teilt sie gerne mit uns in den Kommentaren. Ansonsten wünsche ich viel Spaß.

Die nächste Runde läuft wieder bei Sas in zwei Wochen.

Meine heutige Geschichte hat Schmackes, bietet Raum zum Nachdenken und wirft jede Menge Fragen auf. Zum Beispiel diese: Ist das denn überhaupt eine Geschichte? Streng genommen ist es keine. Andererseits ist mir diese "Geschichte" sofort in den Sinn gekommen, als ich mir Gedanken machte, wie ich vielleicht wieder Zwerge einbinden kann. Und sie wollte mich einfach nicht wieder los lassen.


Sieben Zwerge passen in sechs Worte!

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Mittwoch, 13. September 2017

Prager Fragmente von Roman Achmatow


Roman Achmatow: Prager Fragmente

Ein tolles Buch! Der Student Roman Achmatow gibt darin kurze Einblicke in seinen viermonatigen Aufenhalt in Prag. Es ist eine Art Tagebuch - ich würde es schon fast ein literarsches Tagebuch nennen, denn in diesem kurzen Buch steckt sehr viel mehr, als ich geahnt hatte.

Kennt ihr das? Ihr nehmt ein Buch in die Hand, weil es interessant klingt und das Cover euch anspricht. Punkt. Und dann entpuppt es sich als wahre Perle. Die Überraschung des Jahres unter den Indie-Autoren.

Genau das ist mit mir passiert, als ich die "Prager Fragmente" aufschlug. Das besondere an diesem Buch ist, dass ich Roman ein kurzes Stück in seiner Entwicklung begleiten darf. Ein Stück Weges, das ihn als Autor sehr geprägt hat und das sich in seinen Geschichten wiederspiegelt.

Die ersten Geschichten sind voller Witz, Wortgewalt und Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer Prag. Und doch erreicht mich diese Vorfreude nicht, denn der Schreibstil übertönt den Inhalt der Geschichte, anstatt sie zu tragen. Der Autor scheint auszutesten, wie weit er stilistisch gehen kann, konstruiert eloquente Wortgestalten. Wortjonglage.

Doch dann kommt auf einmal ein Bruch. Die Worte sprechen zu mir. Sie kommen von Herzen, vermitteln Inhalt und Gefühle, die bei mir ankommen. Diese Stadt muss irgendetwas mit Roman angestellt haben, auf jeden Fall hat sie ihn as Autor reifen lassen. Sein Schreibstil ist ruhiger geworden, fließender, wird zum Medium des Inhalts. Die Worte tragen mich durch Prag und lassen mich an dem Leben in dieser Stadt teilhaben. Es gibt Nachdenkliches, Buntes, Hässliches, Alltägliches. Eben all das, was den Charakter einer Stadt ausmacht.

Prager Fragmente war für mich eine große Überraschung. Das Buch hat mich an der Entwicklung des Autors teilhaben lassen und mir einen Einblick in sein tiefes Empfinden für diese Stadt gewährt. Dafür bin ich Roman sehr dankbar und hoffe, dass er am Ball bleibt und weiter schreibt. Das Buch Prager Fragmente empfehle ich unbedingt zu lesen!


Eckpunkte: Taschenbuch, 92 Seite, Selbstverlag
Zu kaufen: Prager Fragmente (Buch)
Besuch doch mal den Autor in allen sozialen Medien unter dem Stichwort "Essays Pics"
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