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Montag, 29. Mai 2017

[Über den Tellerrand] Interview mit Autor Sebastian Lehmann

Foto:© privat
 Sebastian Lehmann, bekannt als Poetryslammer und Radiomoderator, hat in diesem Jahr eine Sammlung seiner Beitragsreihe Meine 100 liebsten Jugendkulturen unter dem Titel Ich war jung und hatte das Geld im Goldmann Verlag veröffentlicht. Der in Freiburg geborene Berliner treibt auf humorvolle Art den Gegenstand seiner Ausführungen auf die Spitze, wie zum Beispiel die fette Katze seiner Freundin, deren Intelligenz er zu ergründen versucht. 

Ich freue mich sehr, dass Sebastian bereit war, meine Interviewfragen zu beantworten:

Was war dein Berufswunsch mit 8, 14 und 18 Jahren und warum?
Was ich mit acht werden wollte, weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich Feuerwehrmann. Mit vierzehn habe ich gar nicht an Arbeiten gedacht. Und mit 18 wollte ich Journalist werden, weil ich mit Schreiben Geld verdienen wollte - und dachte, als Schriftsteller geht das bestimmt nicht...

Wen bewunderst du am meisten und warum?
Ich bewundere Autoren, die es schaffen, mich nach ein paar Sätzen so in die Geschichte reinzuziehen, dass ich gar nicht mehr aufhören mag zu lesen. Ohne dabei billige Tricks zu verwenden, einfach nur, weil sie gut erzählen können und glaubwürdige Figuren erschaffen. Die Amerikaner sind gut darin, Jennifer Egan, Jonathan Lethem oder Jonathan Franzen zum Beispiel.

Auch wenn du dich als Jugendlicher in Sachen Jugendkulturen so richtig ausgelebt hast, hast du einen Lieblingstrend, dem du treu geblieben bist?
Musikalisch bin ich wahrscheinlich der einen oder anderen Jugendkultur treu geblieben: Britpop, Hamburger Schule. Poetry Slammer bin ich auch noch - und ein bisschen Öko sind wir doch inzwischen alle.

Warum schreibst du eigentlich Bücher, wenn du in einem anderen Bereich, zum Beispiel in der digitalen Welt, viel mehr erreichen könntest?
Kann man in der digitalen Welt mehr erreichen? Und was? Ich mag Bücher.

Wenn du mit deinen Büchern etwas Großartiges in der Welt bewirken könntest, was wäre das?
Es ist schon sehr viel, wenn man mit einem Buch erreicht, dass die Leser auf Gedanken kommen, die sie sonst nicht gehabt hätten.

Wo siehst du dich und das gedruckte Buch in 10 Jahren?
Vielleicht werden Bücher eher zu Luxusgegenständen in der Zukunft . Schöner aufgemacht, mit besonderen Cover. Ähnlich wie Schallplatten heute.


Weiterführende Links:
Best of Sebastian Lehmann (Youtube Poetry Slam)
Sebastian Lehmann's Webseite
Sebastian Lehmann auf Facebook
Ich war jung und hatte das Geld (Amazon)

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Sonntag, 28. Mai 2017

Sunday Stories # 5


Sunday Stories ist eine Aktion von Sas von Sas.verse und mir. Alle zwei Wochen am Sonntag veröffentlichen wir Sechswortgeschichten nach dem Vorbild von Ernest Heminigway. Der wollte mal testen, in wie wenigen Worten eine Geschichte entstehen kann. Mach doch mit und schau, wie bereichernd es sein kann, sich damit auseinanderzusetzen. Inspiration kann das Buch sein, dass dich gerade fesselt oder eine andere Begebenheit, die dich nicht los lässt. Du hast zwei Wochen Zeit, eine Geschichte entstehen zu lassen. Denn am Sonntag, den 11.06.2017 hostet Sas die Aktion. Mehr Infos dazu findest du im Menü unter Aktionen und Challenges.

Hier kommt mein heutiger Beitrag:

 Er erinnerte sich. .. der Zombie nicht.

Diese Geschichte gehört zu denen, die gemeinsam mit meinem Sohn entstanden ist. Und ja, es geht um Zombies und um die Frage: Können sie sich an ihr früheres Leben als Mensch noch erinnern? Was passiert, wenn ein kleines Fünkchen Erinnerung in ihren zerschmolzenen Gehirnwindungen zurückgeblieben ist? Und wäre es anders, wenn sie sich gar nicht mehr erinnern? Und andersherum: Was geschieht im Menschen, wenn er einer ehemaligen bekannten Person als Zombie trifft?

Inspiration war dieses Mal The Walking Dead (Serie und Comic).

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Dienstag, 23. Mai 2017

Ich war jung und hatte das Geld von Sebastian Lehmann

Sebastian Lehmann: Ich war jung und hatte das Geld

"Zum piepen!" würde meine Mutter sagen. Meine Mutter ist Generation Hippie. Ho Chi Minh, Che Guevara, Woodstock und all das - eine waschechte Alt-68erin und quasi Jugendkultur Teilnehmerin  der ersten Stunde.

Sebastian Lehman ist Generation 90, wo die Jugendkulturen weniger politisch motiviert waren wie damals. Es wurden auch keine Generationenkonflikte in der Intensität ausgetragen wie in den 60ern. Es wurden einem stattdesen unendlich viele verschiedene Identitäten angeboten, in die man als Jugendliche schlüpfen und sich ausprobieren konnte. Jede Jugendkultur kam mit einem Gesamtpaket aus vorgegebener Kleidungsweise, Verhaltenskodex, Musik und Assecoires daher. Man musste nur zugreifen, sie sich überstreifen und schauen, ob man sich darin wohlfühlte.

 In kurzen anekdotischen Kapiteln beschreibt Sebastian Lehmann, wie er zusammen mit seinen Freunden Dirk, Flo und Tina die Jugendkulturen wechselt, wie die frischgewaschenen T-Shirts. Und es ist zum wegschmeißen! Skater, Existenzialist, Hippie, Punk, BWLer, Ballermann-Mann - er ist sich für nichts zu schade und macht vor nichts halt. Dabei beschreibt er in frischer Sprache die Hürden, die er und seine Kumpels als mittellose Jugendliche überwinden müssen, um sich einer Jugendkultur zugehörig fühlen zu können. Und sie sind extrem erfinderisch und kreativ,  nehmen tapfer viele Unannehmlichkeiten auf sich, um einfach dazugehören zu können, wie den fair gehandelten Karottensaft aus der Uckermark oder das Missverständniss im Biene Maja Kostüm bei einer Cosplay Con aufzutauchen. Immer geht irgendetwas schief und sie beschließen weiterzuziehen, etwas neues auszuprobieren um sich dann Kopfüber in das nächste Jugend-Abenteuer zu stürzen. Fats jedes Kurzkapitel st begleitet von der Illustration einer Papier-Anziehpuppe und den zu dieser Kultur gehörigen Kleidung.

Als Leserin, die diese Generation miterlebt hat, den Höhepunkt der Jugendkulturen, erkenne ich sehr vieles wieder und kriege vor Lachen kaum noch Luft.
 Das Gefährliche an diesem Buch ist, dass ich mich in vielen dieser Beschreibungen wiederfinde bzw. vieles nachvollziehen kann. Die sympathischen Figuren, die in ihrem jugendlichen Leichtsinn fast jedes Fettnäpfchen mitnehmen sind dieperfekten Antihelden dieser Beschreibung dieser unbeschwerten Generation. Ich kann nicht anders und kullere mich wieder vor Lachen. Köstlich!

Dieses Buch ist kurzweilig, humorvoll, aber auch liebevoll. Für alle, die wissen wollen, wie es um die Jugendlichen in den 90ern stand, bzw. ihre Erinnerungen an dieser Zeit wieder auffrischen möchten, ein Muss!

Lieben Dank für das Leseexemplar an Literaturtest!

Eckdaten: Taschenbuch, eBook, 192 Seiten, Goldmann Verlag
Besuch doch mal den Autor: Sebastian Lehmann


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Montag, 22. Mai 2017

Vor dem Glück von Maxi Hill

Maxi Hill: Vor dem Glück
  

Vier Personen, die jede für sich ein schweres Päckchen zu tragen hat. Vier Schicksale, die eng miteinander verwoben sind. Vier Menschen, die nur das Eine wollen und glauben es nicht erreichen zu können. Was macht es eigentlich so schwer, glücklich zu sein?

Da ist Nelli, eine junge Frau, deren Verhältnis zu Männern stark geschädigt ist durch ihr geschwächtes Selbstbewusstsein und einem gewalttätigen Ehemann. Ihre Freundin Mia versucht ihr zu helfen, aber aus welcher Motivation heraus? Ninja ist Tochter von Nelli und ihr Augenstern. Sie wünscht sich um jeden Preis einen Vater. Und schließlich treffen wir Tom, einen ehemaligen Soldaten, der nach einem Einsatz in Afghanistan unter postraumatischen Störungen leidet.
 
In ihrem Roman "Vor dem Glück" untersucht Maxi Hill den Umgang der sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten mit den großen Eigenschaften im Leben: Schicksal, Unglück und Glück. All diese Personen haben ein mehr oder weniger stark ausgeprägte soziale Störung. Maxi Hill dringt Schicht für Schicht tief in die menschliche Psyche ein und läßt dabei keine Zwischentöne aus. Nacheinander stellt sie die vier Hauptfiguren ihres Romans in den Fokus, um sie am Ende von ihrer schweren Last  zu erlösen.

Das hört sich alles nach ganz schön hartem Tobak an, aber Maxi Hill schafft es, diese Problematik locker und leicht zu halten. Sie behandelt ihre Figuren mit Respekt und spielt mit der Vorstellungskraft der Leser*innen, indem sie vieles nur andeutet und den Rest der Fantasie der Leser*innen überlässt. Die Handlung ist interessant und spannend zugleich und man fragt sich als Leser*in, wohin mag das Schicksal diese unglücklichen Menschen führen? Man ahnt auch schon, dass sie am Ende das Glück finden werden, was der Titel des Romans schon verrät: Vor dem Glück - Die wundervollste Geschichte von einem total verrückten Weg zum Glück . Das ist nicht nur ein sehr schöner Titel, das ist auch ganz schön beruhigend - und total verrückt zugleich.

Maxi Hill hat hier einen Roman für ein breites Publikum vorgelegt, der interessant und spannend ist aber auch nachdenklich stimmt. Sie verwebt die Schicksale dieser vier Menschen so geschickt miteinander, dass ich manchmal über ihre Genialität schmunzeln muss. Die Geschichte liest sich wie mitten aus dem Leben gegriffen und lässt auch sozialkritische Töne nicht aus. Ein sehr empfehlenswerter Roman.


Lieben Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.


Eckdaten: eBook, Taschenbuch, 212 Seiten, Eigenverlag: epubli
Kaufen: Amazon

Besuch doch mal die Autorin: Maxi Hill



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Sonntag, 14. Mai 2017

Sunday Stories # 4


Mann, mann, mann, wie die Zeit fliegt! Heute sind wieder die Sunday Stories angesagt. Eine Aktion die sich Sas von Sas.Verse und ich uns gemeinsam ausgedacht haben. Geschichten schreiben in nur sechs Worten. Ist das Möglich? Ich denke schon. Was Hemmingway geschafft hat, kiregen wir doch auch hin! Ihr seid jedenfalls alle herzlich eingeladen mit zu machen. Einfach den schicken Banner mitnehmen und bis Sonntag in zwei Wochen eine Geschichte ausdenken und hier teilen. Als Inspiration könnt ihr das Buch nehmen, das ihr gerade lest, einen schönen Film oder eine Begebenheit, die euch beschäftigt hat. Wie die Aktion genau funktioniert und was Hemingway damit zu tun hat, findet ihr im Menü unter Challenges und Aktionen.

Und hier kommt meine Geschichte für heute. Es ist diesesmal kein Krimi, kein Thriller und vielleicht auch gar nicht dramatisch. Aber sie ist auch nicht ganz ernst gemeint:

Der Elf spitzte die Ohren: "Spock?"

Ich habe damit bestimmt alle Regeln der schreibenden Zunft gebrochen, die es gibt. Aber lasst mich erstmal erzählen, wie diese Geschichte entstanden ist: Ich wollte mich vom Krimi lösen und habe meinen Sohn um Hilfe gebeten. Er liest sehr gerne Fantasy Romane undich dachte, vielleicht hat er eine zündende Idee. Aber eine Geschichte die wir uns ausdachten war abstruser als die nächste. Wir hatten einen sehr lustigen Abend. Tja, und die heutige Geschichte war die absurdeste aus der Serie, die an dem Abend entstand. Ein Cross-over zwischen Fantasy und Science Fiction mit einem verbindenden Element.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!
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